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Zentrale DAL
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Souveräne Infrastruktur als Wettbewerbsfaktor für Unternehmen

Finanzierungslösungen für unternehmenseigene Energie- und Digitalinfrastruktur

Steigende Energiebedarfe durch Digitalisierung, volatile Energiemärkte und der Wunsch nach Versorgungssicherheit und Datensouveränität machen die Gestaltung einer resilienten Energie- und Digitalinfrastruktur für Unternehmen zunehmend zu einer strategischen Zukunftsfrage. Mit ihrer Erfahrung in der Finanzierungskompetenz in den Bereichen erneuerbare Energien und IT-Infrastruktur begleitet die DAL in der Einheit "Energieversorgung Corporates & Digitalisierung" (ECD) Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Energie- und Digitalinfrastrukturen zu begleiten.

Energieversorgung resilient gestalten und zukunftssicher finanzieren

Die Energieversorgung von Unternehmen steht vor einem grundlegenden Wandel. Volatile Märkte, steigende CO2-Kosten, geopolitische Unsicherheiten, der wachsende Strombedarf durch Digitalisierung und KI-Anwendungen sowie der Bedarf an verlässlicher erneuerbarer Energie machen Energie heute zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

Gleichzeitig eröffnet sich für Unternehmen ein attraktives Zeitfenster: Erneuerbare Energie- und Speichertechnologien sind wirtschaftlich ausgereift, die Erzeugungskosten wettbewerbsfähig und der Ausbau von Energie- und Dateninfrastrukturen gewinnt rasant an Bedeutung. Wer jetzt investiert, stärkt nicht nur seine Versorgungssicherheit, sondern schafft die Grundlage für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Entscheidend ist dabei die richtige Finanzierung. Gefragt sind Partner, die technisches Verständnis, wirtschaftliche Expertise und Finanzierungskompetenz verbinden, um passgenaue Lösungen für komplexe Infrastrukturvorhaben zu entwickeln.

Beate Schneider, Expertin für unternehmerische Infrastrukturinvestitionen, erläutert im Interview, warum Energie- und Datenresilienz zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden und wie Unternehmen die dafür notwendigen Investitionen nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig finanzieren können.

Frau Schneider, der zunehmende Wunsch nach resilienter Energieversorgung und Datensouveränität wird aktuell viel diskutiert. Welche Entwicklung zeigt sich dazu im Markt?

Die Resonanz auf dem Markt ist deutlich spürbar. Wir verzeichnen zunehmend Unternehmensanfragen nach Lösungen für neue Energieinfrastrukturen. Und diese Anfragen werden weiter zunehmen: Wir haben gemeinsam mit der KPMG eine Studie zur Relevanz der Energieversorgung für Unternehmen erstellt. Das Bild ist eindeutig: Viele Unternehmen planen, ihre Energieinfrastruktur gezielt weiterzuentwickeln, um unabhängig zu werden und sich vom klassischen Strommarkt abzukoppeln. Es gibt bereits heute punktuell stromintensive Unternehmen mit Energie-Eigenversorgung, aber wir erwarten einen echten Hochlauf ab etwa 2028.

Wie lässt sich die aktuelle Dynamik bei diesem Thema erklären?

Energieversorgung war über Jahrzehnte ein reines Commodity-Thema – eine Aufwandsposition in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Zuständigkeit lag beim Einkauf, das Unternehmen hat Lieferverträge mit dem örtlichen Versorger abgeschlossen und sich ansonsten wenig damit beschäftigt. Weder beim Finanzvorstand noch beim Einkauf oder der Facility-Abteilung hatte das Thema besondere Relevanz. Das hat sich fundamental geändert. Die geopolitische Ereignisse der letzten Jahre – der Krieg in der Ukraine, die Spannungen rund um die Straße von Hormus und alles, was damit zusammenhängt – haben gezeigt, dass Energie sich zu einem hochkomplexen Markt entwickelt hat.

Hinzu kommt der anhaltende Wunsch, konsequent auf Energieträger aus erneuerbaren Energien umzusteigen. Und gerade im Kontext der Digitalisierung und des damit verbundenen Strombedarfs ist der Zugang zu einer stabilen Energieversorgung heute standortentscheidend. Aufgrund dieser Wichtigkeit landet das Thema inzwischen häufig direkt beim Finanzvorstand. Energieversorgung ist Teil der Unternehmensstrategie geworden.

Sie haben Digitalisierung bereits als Treiber des steigenden Energiebedarfs angesprochen. Welche Bedeutung messen Sie Rechenzentren in diesem Zusammenhang bei?

Rechenzentren sind die Grundlage für Digitalisierung, künstliche Intelligenz und digitale Souveränität. Der Bedarf an Rechenleistung wächst rasant und macht digitale Infrastruktur zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und ganze Volkswirtschaften. Spannend ist dabei, dass Rechenzentren weit mehr sind als klassische Immobilien. Hier verschmelzen Gebäude, Energieversorgung, Kühlung und IT zu einem hochkomplexen Gesamtsystem. Deshalb sprechen wir von einer eigenständigen Assetklasse mit besonderen Anforderungen an Planung, Betrieb und Finanzierung.

Für Unternehmen gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Digitale Infrastruktur wird künftig ähnlich unverzichtbar sein wie Energieversorgung, Produktion oder Logistik. Gleichzeitig hängt der wirtschaftliche Erfolg eines Rechenzentrums maßgeblich von einer leistungsfähigen und verlässlichen Energieversorgung ab. Genau daran wird sichtbar, wie eng Energie- und Digitalinfrastruktur künftig miteinander verbunden sein werden.

Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, sich intensiver mit dem Thema Energie-Eigenversorgung zu beschäftigen?

Weil parallel zu den genannten Schocks von außen eine sehr günstige Entwicklung auf der Angebotsseite stattgefunden hat: Die Technologien sind inzwischen ausgereift und die Erzeugungskosten erneuerbarer Energien attraktiv - tatsächlich haben Erneuerbare mittlerweile die günstigsten Gestehungskosten, das ist ein knallhartes ökonomisches Argument.

Nehmen wir das Beispiel der CO2-Bepreisung: Aktuell liegt der Preis pro Tonne bei etwa 55 bist 65 Euro, und es gibt ernstzunehmende Einschätzungen, dass er sich verdoppeln, verdreifachen oder sogar auf bis zu 275 Euro pro Tonne vervierfachen könnte. Wer heute in eigene erneuerbare Erzeugung investiert, sichert sich gegen diese Risiken ab.

Welche Hürden entstehen für Unternehmen, wenn sie größere Investitionsentscheidungen in eigene Energie- und Digitalinfrastruktur planen?

Für Unternehmen geht es oft weniger um die Kosten als um die Suche nach einem Partner mit dem passenden Know-how und einer geeigneten Finanzierungsstruktur: Sobald Strom nicht mehr einfach aus der Steckdose kommt, sondern selbst erzeugt, gespeichert und gesteuert werden muss, brauchen Unternehmen sowie der Finanzierer ein Verständnis für einen Markt, mit dem sie sich vorher nie auseinandersetzen mussten.

Ein Beispiel: Ein Industrieunternehmen, sagen wir mit 500 Millionen Euro Umsatz, möchte seinen Energiemix ändern – es plant eine Kabeltrasse, ein kleines Umspannwerk, eine Windkraftanlage auf dem eigenen Grundstück, eine Aufdach-Photovoltaikanlage. Das Unternehmen steht dann vor der Herausforderung, all das in eine Fremdkapitalstruktur zu überführen – auf Holding-Ebene, über eine Objektgesellschaft, wie auch immer. Genau an diesem Punkt kommen wir ins Spiel. Solche Unternehmen bauen eine Aufdachanlage, eine Windkraftanlage, vielleicht einen kleinen Batteriespeicher und eventuell ein Co-Location-Rechenzentrum, sie finanzieren also Energietechnik, Hard- und Software sowie die dazugehörige Immobilie. Diese Bausteine bekommen sie bei kaum einer Bank als gemeinsame Finanzierung abgebildet. Wir bieten das von A bis Z aus einer Hand: ein zentraler Ansprechpartner für die gesamte Neuaufstellung der Energieversorgung.

Finanzierungslösungen für unternehmerische Infrastrukturinvestitionen
Energieversorgung resilient gestalten und zukunftssicher finanzieren

Worin liegt die konkrete Herausforderung bei der Finanzierung solcher Projekte?

Einerseits finanzieren viele Institute solche individuellen Vorhaben nicht, weil sie ihnen schlicht zu kleinteilig oder zu spezifisch sind. Andererseits möchten Unternehmen ihre bestehenden Corporate-Kreditlinien nicht für Investitionen in die eigene Energieinfrastruktur belasten, um finanzielle Spielräume für weiteres unternehmerisches Wachstum zu erhalten. Genau deshalb suchen viele Unternehmen nach alternativen Finanzierungswegen, die große Investitionsvorhaben tragfähig abbilden, ohne die Flexibilität im Kerngeschäft einzuschränken. Genau hier setzt die DAL an.

Welche Herangehensweise verfolgt die DAL?

Wir betrachten die Finanzierung ganzheitlich. Mit der passenden Energieerzeugung, vom Windpark über die Photovoltaikanlage bis zum Blockheizkraftwerk – immer abgestimmt auf die individuelle Lastkurve, den strategischen Fokus und die bilanziellen Anforderungen des Kunden. Ergänzt wird das – wenn sinnvoll – um den klassischen Netzbezug und PPAs, den Einsatz von Batteriespeichern sowie die passende Software zur Steuerung der Bezugsquellen. Genau hier liegt übrigens der Grund, warum wir IT nicht als Anhängsel, sondern als eigenständig notwendige Ebene verstehen: Ohne IT-gestützte Steuerung lässt sich ein komplexer Energiemix aus mehreren Quellen nicht sinnvoll betreiben. Und umgekehrt steigt der Energiebedarf durch die fortschreitende Digitalisierung der Unternehmen selbst kontinuierlich – auch das muss in die strategischen Überlegungen einfließen.

Wie grenzt sich die Rolle der DAL von Energieberatung oder Energieversorgung ab?

Wir sind keine Energieberatungsagentur und kein Energieversorger – unser Feld ist die Strukturierung größerer, komplexer Finanzierungen für Energie- und digitale Infrastruktur. Im Kern analysieren wir gemeinsam mit unseren Kundenunternehmen ihren Bedarf und entwickeln dafür eine passende Finanzierungsstruktur. Als Verbundpartner der Sparkassen-Finanzgruppe arbeiten wir dabei eng mit der DL Finance, den Sparkassen und Landesbanken zusammen. Wenn passend, binden wir auch Fördermittel in die Finanzierungsstruktur ein.

Am Ende steht für den Kunden ein klares Versprechen: Versorgungssicherheit, Preissicherheit, verlässlicher Zugang zu Strom aus erneuerbaren Energien – und damit eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit sowie mehr Energiesouveränität.