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06.07.2017
von: Claudia Müller, Vincentz Network

Pflege über Sektorgrenzen hinweg

Stationär, ambulant, teilstationär: Die Sektorgrenzen der Pflege verschmelzen im hohem Tempo. Grenzen überwindet auch der Interkulturelle Sozialdienst (IKS) in Hannover – und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Ob intersektoral oder interkulturell – die flexible Ausrichtung an den Bedürfnissen ihrer Klienten ist die Stärke von Jasmin Arbabian-Vogel. Vor mehr als 20 Jahren gründete sie, frisch von der Uni, den Interkulturellen Sozialdienst. Heute gehören dazu auch fünf Wohngemeinschaften, eine Tagespflege, eine Intensivpflege-WG, ein Unternehmen für haushaltsnahe Dienstleistungen – und ein Yoga-Studio. Dieses Portfolio, das auf den ersten Blick außergewöhnlich erscheinen mag, baute die Unternehmerin so konsequent wie erfolgreich aus und beschäftigt heute mehr als 100 Mitarbeiter.

Schwerpunkt Interkulturelle Pflege

Jasmin Arbabian-Vogel
Die Geschäftsführerin hat ihren Pflegedienst über 20 Jahre strategisch erweitert. Im April eröffnete sie eine Intensivpflege-WG mit acht Patienten.
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Ihre erste Nische fand die Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters, indem sie zusätzlich zu den üblichen Pflege-Leistungen auch interkulturelle Pflege anbot. „Damit meine ich nicht, dass wir einen Marco-Polo-Führer für bestimmte Nationalitäten erstellen“, betont die 48-Jährige. Ihr geht es um interkulturelle Kompetenzen. Die Mitarbeiter sollen sich ohne kulturspezifisches Wissen innerhalb unterschiedlicher Kulturen souverän bewegen können. Auf die erforderliche Sensibilität achtet sie bei der Einstellung ihrer Pflegekräfte, die aus insgesamt 18 Nationen kommen, darunter auch mehrere Flüchtlinge. 

Ihr eigener Hintergrund half ihr bei der Unternehmensgründung direkt nach dem Studium der Politologie und Sozialpsychologie. Mit 18 kam sie mit ihrer Familie von Teheran nach Hannover: „Wer schon einmal aus dem Nichts etwas Neues angefangen hat, tut sich beim zweiten Mal schon leichter. Ich hatte nichts zu verlieren. Und ich habe deutlich den Bedarf für interkulturelle Pflege gesehen, die es damals nicht gab.“

Fließende Übergänge zwischen Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft

Über die Jahre setzte der Sozialdienst weitere Schwerpunkte. Bereits 2008 gründete das Unternehmen eine WG für Demenzkranke, vier weitere kamen seitdem hinzu.

Die nächste Expansion folgte dieses Jahr im April: Jasmin Arbabian-Vogel eröffnete die erste Wohngemeinschaft für Außerklinische Intensivpflege in Hannover. Acht Patienten werden in der 300 Quadratmeter großen Altbauwohnung rund um die Uhr durch mehrere Pflegeteams betreut. „Die Patienten leiden an Muskeldystrophie, Multipler Sklerose oder liegen im Wachkoma und nehmen ihre Umgebung durchaus wahr. Ich bin davon überzeugt, dass die wohnliche Atmosphäre, die Gemeinschaft sowie das eigene Zimmer mit ausreichend Platz auch für die Angehörigen eine positive Wirkung auf die Patienten haben.“

Mehrere Jahre hatte die Sozialdienst-Leiterin nach einer passenden Immobilie gesucht: „Viele Vermieter haben Berührungsängste mit dem Thema, andere wollen eine engagierte Hausgemeinschaft.“ Schließlich fand sie im Internet die passende Wohnung. Größe, zentrale Lage, Fahrstuhl, Vermieter – alles passte. Auch die Bank spielte mit, gelten diese neuen Wohnformen doch als Wachstumsmärkte. Es folgte ein umfassender Umbau, unter anderem mit einem zweiten Bad und einer offenen Wohnküche. Parallel wurden die Pflegeteams intensiv für die neue Aufgabe fortgebildet. Erfahrungen mit Intensivpflege gab es bereits. „Unser erster von insgesamt sechs Intensivpatienten war der ehemalige Bundesliga-Profi Hakan Bicici von Hannover 96. Nach einem Autounfall 2012 liegt er im Wachkoma und wird zu Hause betreut.“

„Durch das PSG III gibt es so viel Schwung in der Entwicklung und Konzeption neuer Wohnformen wie noch nie.“

„Mit den neuen Wohnformen – ob WG oder Tagespflege – verschwimmen die Grenzen zwischen ambulant und stationär zum Wohle der Patienten. Endlich wurden die Heimgesetze der Länder angepasst, und durch das PSG III gibt es so viel Schwung in der Entwicklung und Konzeption neuer Wohnformen wie noch nie. Das können ganz unterschiedliche Projekte sein: ob größere, vom Pflegediensten betreute WGs für Demenzkranke oder kleinere Gruppen, die von Angehörigen organisiert werden, interkulturelle WGs oder Gemeinschaften für jüngere Behinderte“, erläutert die Unternehmerin.

Wenn es um Pflege in WGs oder privaten Wohnungen geht, sind in der Regel auch Leistungen für die Hauswirtschaft gefragt. Um diese Leistungen zusammen mit der Pflege aus einer Hand anzubieten, übernahm der Interkulturelle Sozialdienst 2014 die Firma ZAK – Zuhause Alles Klar. „Diese Einsätze kommen vor der Pflegebedürftigkeit. So kennen uns die Klienten bereits, wenn sie später zur Haushaltshilfe auch Pflege brauchen.“ 

Und wie kam das mit dem Yoga-Studio? „Wir wollten unseren Mitarbeitern betriebliches Gesundheitsmanagement anbieten und haben verschiedene Trainings mit mäßigem Erfolg angeboten. Wo wirklich viele Mitarbeiter mitmachen, ist Yoga. Die Nachfrage wurde immer größer, sodass wir schließlich ein eigenes Studio gegründet haben. Es hat sich aus dem Bedarf ergeben – und nun passt alles zusammen.“ Wie so vieles im Interkulturellen Sozialdienst und seinen Tochtergesellschaften. Jasmin Arbabian-Vogel weiß auch, warum das so ist: „Je mehr Kulturkreise zusammenkommen, desto flexibler und innovativer ist das gesamte Team!“

Claudia Müller

Redaktionsleiterin Kundenmedien bei unserem Medienpartner Vincentz Network

Vincentz Network GmbH & Co. KG
Plathnerstraße 4c
30175 Hannover