Kontakt

Zentrale DAL
  • DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG
    Emy-Roeder-Straße 2
    55129 Mainz
  • 06131 804-0
Zentrale DAL Bautec (Baumanagement)
  • DAL Bautec Baumanagement und Beratung GmbH
    Emy-Roeder-Straße 2
    55129 Mainz
  • 06131 804-2501
Kontaktadresse für Bewerbungen
  • DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG
    Emy-Roeder-Straße 2
    55129 Mainz
  • 06131 804-1112

Wir sind für Sie da!

DAL Corporate Blog

 
 
07.07.2020
von: Axel Werning

"Die Kunst muss zum Menschen passen und der Mensch zur Kunst"

Im Gespräch berichtet Alexander Baumgarte über seine Arbeit als Art Consultant. Seine Kunstberatungsgesellschaft entwirft für Unternehmen Kunstkonzepte, die sich in die Architektur und das Corporate Design seiner Kunden einfügen. 
Herr Baumgarte, Sie statten mit Ihrem Team u.a. Unternehmensimmobilien mit Kunstkonzepten aus. Welchen Mehrwert bietet ein Art Consultant?

Die Arbeit eines Art Consultant beginnt bereits mit dem ersten Gespräch, in dem die Grundlage eines Kunstkonzeptes gelegt wird. Hier steht die Analyse des Bedarfs, die Spezifizierung der Unternehmenswerte sowie die generelle Ausrichtung der künstlerischen Gestaltung im Vordergrund. Durch die jahrzehntelange Erfahrung der Samuelis Baumgarte Art Consulting verfügen wir über ein weitreichendes Netzwerk an international renommierten Künstlern, die dann unternehmensspezifisch ausgewählt werden, um die Vorstellungen des Kunden optimal umzusetzen. Dies setzt auch einen aktuellen Überblick über die internationale Kunstszene und deren spezifische Tendenzen voraus.

Wie gehen Sie bei der Beratung der Unternehmen vor?

Die gesamte Beratungsleistung ist ein mehrstufiger Prozess. Beginnend mit dem ersten Gespräch (s. Frage 1), entwickeln wir in Abstimmung mit dem Kunden ein Kunstkonzept, das den Vorstellungen des Unternehmens im Hinblick auf Architektur und Corporate Design entspricht. Die nachfolgende Koordination und Überwachung der Implementierung der Kunst gehört genauso zum Serviceangebot wie sämtliche organisatorische Schritte z.B. des Transports. Jeder einzelne Schritt in der Beratung erfolgt in Abstimmung mit dem Kunden und den beteiligten Fachbereichen und externen Beratern wie z.B. Architekten, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Sozusagen ein ‚Rundum-Sorglos-Paket‘.

Kommt es auch mal vor, dass Sie in der Konzeptphase merken, ‚das wird nichts‘?

Durch die bereits geschilderte mehrstufige Vorgehensweise steht bereits frühzeitig fest, ob ein Projekt realisierbar ist oder nicht. Passen z.B. das eingeplante Budget und die Vorstellungen des Kunden nicht zusammen, gilt es, eine Lösung zu finden. Da wir allerdings immer im Sinne des Kunden darauf bedacht sind, eine kostenoptimierte Lösung zu finden, ist es Aufgabe des Art Consultant, die Positionen in Einklang zu bringen. Sollte dies nicht gelingen, ist ein Projekt nicht realisierbar.

Kunst ist ja etwas sehr Emotionales und wird bei mehreren Entscheidern im Unternehmen ja auch unterschiedlich wahrgenommen, Stichwort: Geschmäcker sind verschieden. Wer hat da in der Regel das letzte Wort?

Die letzte Entscheidung liegt immer beim Kunden. Sollten innerhalb des Entscheidungsgremiums allerdings Positionen kontrovers diskutiert werden, ist es Aufgabe des Art Consultants, das Für und Wider der strittigen Punkte klar zu artikulieren. Die eigentliche interne Entscheidung basiert dann auf einer fundierten Faktenlage und sollte dann auch intern getroffen werden. Wir wollen zu keinem Zeitpunkt dem Kunden ein Konzept ‚überstülpen‘, das in erster Linie unseren Vorstellungen entspricht. Das Ziel ist ja eindeutig, mit dem Kunden gemeinsam, in enger Kooperation, die Gestaltung zu erarbeiten, die der gemeinsamen Zielsetzung optimal entspricht.

Gerade im Finanzbereich ändert sich ja erheblich das Kundenverhalten – im Prinzip muss niemand mehr für Finanzgeschäfte seine Bank aufsuchen. Was raten Sie Instituten, die sich über die Filiale oder Geschäftsstelle von morgen Gedanken machen?

Sie haben sicher Recht, dass eine Vielzahl von Bankgeschäften größtenteils online erledigt werden kann. Das heißt aber nicht, dass nicht auch in Zukunft persönliche Beratung vor Ort weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Unabhängig davon möchte ich auch einwerfen, dass die künstlerische Gestaltung nicht nur den Kunden zugute kommt. Die Menschen, die die meiste Zeit dort verbringen, sind die Angestellten. Kunst kann hier in besonderem Maße eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die sich positiv auf die dort Tätigen und deren Arbeitsleistung auswirkt.

Gibt es ein Projekt (im Finanzbereich), an das Sie sich besonders gerne zurückerinnern?

Das ist eine schwierige Frage. Jedes Projekt hat seinen individuellen Charakter und damit auch seine spezifische Herausforderung. Hier eine ‚Rangfolge‘ festzulegen, möchte ich ungern tun. Aber gern nenne ich Ihnen einige Projekte aus diesem Bereich: Zentrale der DAL, die Regional-Niederlassung der Allianz in Leipzig, die Sparkassen-Versicherung Sachsen in Dresden, die Evangelische Bank in Kassel sowie die Platzgestaltung des Platzes der Einheit (siehe Bild) für die Deka in Frankfurt am Main.

Deka Konstkonzept.jpg

Lichtskulptur von Christian Herdeg

Letzte Frage: Was unterscheidet gute Kunst von schlechter Kunst?

Gegenfrage: Gibt es eine klare Unterscheidung zwischen guter oder schlechter Kunst? Ich denke jedenfalls nicht in diesen Kategorien. Wie Sie bereits selbst erwähnten, Geschmäcker sind verschieden. Kunst sollte in erster Linie den Menschen berühren, Gefühle wecken, Gedanken indizieren. Sie darf den Betrachter nicht kalt lassen, sonst wird sie zum reinen Dekorationselement. Ein und dasselbe Kunstwerk wird aber nicht bei jedem Betrachter dieselben Emotionen wecken. Deshalb gilt aus meiner Sicht der Grundsatz: Die Kunst muss zum Menschen passen und der Mensch zur Kunst.

Herr Baumgarte, wir danken für das Gespräch!

Alexander Baumgarte

Baumgarte komprimiert.jpg

Alexander Baumgarte wurde als Sohn des Bielefelder Industriellen Hans Baumgarte und der Malerin, Grafikerin und Galeristin ruth Baumgarte in Bielefeld geboren. Baumgarte studierte Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte.

Ruth Baumgarte gründete 1975 die Bielefelder Galerie Das Fenster und übertrug ihm 1991 die gemeinsam gegründete Samuelis Baumgarte Galerie. Alexander Baumgarte organisiert Einzel- und Gruppenausstellungen, deren Fokus auf den Klassikern der Moderne, internationalen Gegenwartskünstlern und jungen experimentellen Tendenzen liegt.

Seit den 1990er Jahren baut er den Unternehmenszweig Art Consulting aus. Diese Kunstberatungsgesellschaft erstellt in enger Zusammenarbeit mit Künstlern für private und öffentliche Unternehmen Corporate-Identity- und architekturbezogene Kunstkonzepte.

Seit dem Tod von Ruth Baumgarte 2013 ist Baumgarte Vorstandsvorsitzender der gemeinnütigen, im Jahre 2012 gegründeten Kunststiftung Ruth Baumgarte, die ihren künstlerischen Nachlass verwaltet und fördert sowie den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis vergibt.