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DAL Corporate Blog

 
 
11.03.2020
von: Frank Lustermann

Grüne Energie aus Müll gewinnen

Mit dem Neubau einer Bioabfallvergärungsanlage kommt der Rhein-Neckar-Kreis seinen politischen Zielen wie regionalem Klimaschutz und autarker regionaler Energieversorgung ein Stück näher. Die Investitionssumme über rund 45 Millionen Euro wird mittels einer individuellen Finanzierung bereitgestellt – Arrangeur ist die DAL.
Organische Abfälle wie Grünschnitt oder Speisereste sind nicht nur eine bedeutende Energiequelle. Aus ihnen können auch hochwertige Komposte und Gärreste gewonnen werden. Diese wiederum eignen sich als organischer Dünger für die Landwirtschaft oder den Gartenbau und können den Humusgehalt der Böden stabilisieren oder sogar verbessern.
Den Wert des Biomülls hat auch das regionale Ver- und Entsorgungsunternehmen AVR UmweltService GmbH mit Sitz in Sinsheim, ein Unternehmen des Rhein-Neckar-Kreises, erkannt und im Oktober 2017 mit der Baufeldvorbereitung für den Bau einer Bioabfallvergärungsanlage begonnen. Seit September 2019 verarbeitet die Anlage im Zweischichtbetrieb rund um die Uhr an sechs Tagen die Woche täglich 260 Tonnen Bioabfall . Sie verfügt über modernste Sortiertechniken und schafft 13 neue Vollzeitarbeitsplätze. Die eigens dafür gegründete AVR BioTerra GmbH & Co. KG stellt das notwendige Know-how.
Der jährliche Input wird bei etwa 60.000 Tonnen biogenem Abfall liegen, der zu 40 Millionen Kilowattstunden thermischem Gasertrag und hochwertigem gütegesichertem Trockenkompost verarbeitet wird. Dieser Wert ist angesichts der rasant steigenden Mengen an Biomüll im Rhein-Neckar-Kreis realistisch: Im Jahr 2017 fielen bereits rund 47.000 Tonnen Bioabfälle an – mit steigender Prognose auf bis zu 60.000 Tonnen Bioabfälle und 5.000 Tonnen Grünabfälle in den kommenden Jahren.

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© iStock | Fotograf: rclassenlayouts |

Standortwahl und Bürgerdialog
„Angrenzend an das bestehende Biomasseheizkraftwerk der AVR Energie GmbH stellt das ehrgeizige Leuchtturmprojekt zum einen die langfristige Entsorgungssicherheit des Rhein-Neckar-Kreises sicher und bringt zum anderen die politisch gewollten Ziele wie regionalen Klimaschutz oder autarke regionale Energieversorgung einen entscheidenden Schritt voran“, sagt Geschäftsführer Peter Mülbaier. „Bei der Wahl des Standortes wurde besonders darauf geachtet, dass die notwendige Infrastruktur bereits weitgehend vorhanden ist und sowohl verkehrstechnische als auch sonstige eventuelle Belästigungen der Bürgerinnen und Bürger beim Betrieb somit auszuschließen sind.“
Anwohner und Interessierte konnten sich bereits frühzeitig – im März 2016 und Juli 2017 und somit noch vor Baubeginn – in zwei Dialogveranstaltungen über das Vorhaben informieren und den anwesenden Experten Fragen stellen. Damit sollten eventuelle Vorbehalte gegen den Bau im Vorfeld ausgeräumt werden. Im Regelfall können keinerlei Gerüche nach außen dringen. Dafür sorgt die komplette Einhausung der Anlage, und die Abluft der Hallen wird vollständig über Biofilter gereinigt und im Anschluss an die Umgebung abgegeben. Aus Sicherheitsaspekten wird obendrein die Bioabfallvergärungsanlage in ihren wesentlichen Teilen redundant ausgeführt, dadurch sinkt das tatsächliche Ausfallrisiko gegen null.
Das Investitionsvolumen für den Bau liegt bei rund 45 Millionen Euro. Die Finanzierung hat die DAL strukturiert, der Kontakt kam über die Sparkasse Kraichgau zustande, mit der die AVR seit vielen Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegt. „Die DAL hat das Projekt in ihrer Komplexität erkannt und daraufhin eine maßgeschneiderte Finanzierungslösung angeboten“, beschreibt Geschäftsführer Mülbaier die Gründe für die Zusammenarbeit. Arrangeur ist die DAL, Konsortialführer die Deutsche Leasing Finance GmbH, beteiligte Finanzierungspartner sind die Sparkasse Kraichgau Bruchsal-Bretten- Sinsheim und die Sparkasse Pforzheim Calw.

Gesicherte Finanzierung über 20 Jahre
Das Projekt wird zunächst durch die Landeskreditbank Baden-Württemberg – Förderbank (L-Bank) aus dem Programm „Neue Energien“ über eine Laufzeit von 20 Jahren und mit einem fixen Zinssatz über rund neun Jahre finanziert. Danach wird die Restschuld in eine variable Finanzierung umgewandelt und mittels eines Zinsderivates (Swap) bis zum Ende der Laufzeit gesichert. Somit ist die AVR BioTerra GmbH & Co. KG gegen steigende Zinsen abgesichert und erreicht eine Planungssicherheit über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren. Für diese lange Projektlaufzeit weiß die AVR mit der DAL einen verlässlichen Partner an ihrer Seite. „Eine vertrauensvolle Partnerschaft zeigt sich immer dann, wenn auftretende Probleme oder Fragestellungen pragmatisch und zur Zufriedenheit der Beteiligten gelöst werden können. Und dies war bei uns der Fall!“, bestätigt Geschäftsführer Siegfried Rehberger.
Im Rhein-Neckar-Kreis befinden sich bereits circa 100.000 braune Tonnen, sogenannte BioEnergieTonnen, im Einsatz. Der Gesetzgeber hatte die Weichen dazu bereits frühzeitig gestellt und mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz von 2012 auf Bundesebene die verpflichtende getrennte Sammlung von Bioabfällen erstmals vorgeschrieben. Die AVR BioTerra GmbH & Co. KG erhöht nun mit ihrer neuen Bioabfallvergärungsanlage in Sinsheim die Anzahl von zuvor 113 deutschen Anlagen laut aktuellem Biogas-Atlas und leistet einen wesentlichen Beitrag zum regionalen Klimaschutz und der autarken regionalen Energieversorgung.

Der Auftraggeber

AVR BioTerra GmbH & Co. KG

Das Ziel

Bau einer Bioabfallvergärungsanlage zur kaskadenförmigen Verwertung der biogenen Abfallstoffe, das heißt mehrfach hintereinander geschaltete, stoffliche und energetische Verwertung der gesammelten Abfallmengen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 45 Millionen Euro.

Die Herausforderung

Gewährleistung einer gesicherten Finanzierung über die Laufzeit von 20 Jahren.

Die Lösung

Finanzierung der Landeskreditbank Baden-Württemberg – Förderbank (L-Bank) aus dem Programm „Neue Energien“;
Laufzeit 20 Jahre, fixer Zinssatz über rund 9 Jahre;
anschließend Umwandlung der Restschuld in variable Finanzierung mit Zinssicherung mittels eines Zinsderivates (Swap) bis zum Ende der Laufzeit