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Cyberangriffe: Unternehmen benötigen besseren Schutz

Cyberangriffe: Unternehmen benötigen besseren Schutz

Unternehmen setzen nur sieben Prozent ihrer IT-Ausgaben für die Sicherheit ein

Angriffe auf IT-Systeme von Unternehmen nehmen zu. Der Schaden für die deutsche Wirtschaft beläuft sich auf mehrere Hundert Milliarden Euro pro Jahr. Dem gegenüber erscheinen die Ausgaben für IT-Sicherheit und maßgeschneiderte Versicherungen als viel zu gering.

Auf einen Blick

  • Cyberangriffe betreffen nahezu neun von zehn Unternehmen
  • Dadurch entsteht der Wirtschaft ein Schaden von 223 Milliarden Euro pro Jahr
  • Häufigste Angriffe sind Erpressungsvorfälle, verbunden mit dem Ausfall von Informations- und Produktionssystemen
  • Als Reaktion steigern Unternehmen ihre Ausgaben für IT-Sicherheit. Wünschen sich aber auch Förderprogramme, etwa für mehr IT-Sicherheit im Homeoffice, und einen stärkeren Einsatz der Politik, um Unternehmen vor Cyberangriffen zu schützen

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Bildquelle: HANDELSBLATT MEDIA GROUP

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Der Mensch ist schwächstes Glied in der Kette

Das schwächste Glied in der IT-Sicherheitskette ist der Mensch. Die Mehrheit erfolgreicher Cyberattacken nehmen ihren Anfang bei unachtsamen Beschäftigten. Und sie nehmen zu. Der deutschen Wirtschaft entsteht durch Cyberkriminalität ein jährlicher Schaden von 223 Milliarden Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2019 mit einem Volumen von 103 Milliarden Euro, berichtet der Digitalverband Bitkom. Neun Prozent der Unternehmen sehen sich durch Cyberattacken sogar in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.

Vor allem Erpressungen mit sogenannter Ransomware gewinnen an Bedeutung. Dabei versuchen die Angreifer, Zugang zu einem Computer zu bekommen und Viren einzuschleusen. Diese sollen Daten blockieren und das Computersystem eines Unternehmens lahmlegen. Der Zugang zu den Daten ist erst wieder nach Zahlung eines Lösegelds möglich. Auf diese Weise ist es Mitte 2021 der Erpressergruppe REvil gelungen, nach einem Angriff auf einen amerikanischen Softwarehersteller die Computer Hunderter Unternehmen lahmzulegen, für deren Freigabe sie eine Millionensumme in Bitcoin verlangte. Nach Auskunft des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik waren auch deutsche Unternehmen betroffen.

„Die Wucht, mit der Ransomware-Angriffe unsere Wirtschaft erschüttern, ist besorgniserregend und trifft Unternehmen aller Branchen und Größen“

Achim Berg, Bitkom-Präsident

Diese Variante der Cyberkriminalität hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mehr als vervierfacht. Dabei setzen die Angreifer vor allem auf die menschliche Arg- und Sorglosigkeit. So erhalten Mitarbeiter gefälschte Bewerbungen oder Rechnungen mit infizierten Dateianhängen oder werden per Mail nach einem Password gefragt. Aber auch Versuche über das Telefon häufen sich. Eine Entwicklung, die auch mit verstärkten Arbeiten im Homeoffice im Zuge der Pandemie an Bedeutung gewinnt.

Investitionen in IT-Sicherheit noch auf einem niedrigen Niveau

Unternehmen reagieren auf die zunehmende Bedrohung und investieren in die IT-Sicherheit. Wenngleich auf einem niedrigen Niveau. Nur sieben Prozent ihrer IT-Ausgaben setzen sie im Durchschnitt für die Sicherheit ein. Immerhin: 24 Prozent haben diese Ausgaben deutlich, 39 Prozent etwas erhöht. Bei einem Drittel sind sie unverändert. In der Fertigungstechnologie geht es vor allem darum, Know-how zu schützen. „Der Diebstahl von geistigem Eigentum kann für die innovationsgetriebene deutsche Wirtschaft schwerwiegende Konsequenzen haben“, warnt Berg. Bei Unternehmen mit Privatkundengeschäft sind sichere Bezahltechnologien entscheidend. Ein Beispiel für gelungene IT-Sicherheit ist die stark regulierte Finanzindustrie. Sie hat digitale Sicherheitskonzepte bereits zu einem hohen Grad umgesetzt.

Angriffe auf IT-Systeme nehmen zu und schaden der Wirtschaft
Bildquelle: GettyImages, guvendemir

Mehr Schutz für Unternehmen durch Security-Awareness-Trainings

Nach Meinung von Experten sollte aber nicht nur mehr Geld in Software und Systeme fließen, sondern auch in Schulungen der Belegschaft, etwa in sogenannte Security-Awareness-Trainings, bei denen Mitarbeiter mit simulierten Angriffen sensibilisiert werden. Einen weiteren Schutz bieten Policen, die die Folgen von Cyberattacken absichern. Weil die Angriffe massiv zunehmen, steigen aber auch die Prämien – für Industrieversicherungen nach Angaben des Beratungsunternehmens Aon etwa um 30 Prozent. „Für große Unternehmen kommt es zukünftig noch mehr darauf an, den exakt passenden Versicherungsschutz einzukaufen“, sagt Thomas Pache, Head of Cyber Solutions bei Aon. Er empfiehlt, aussagekräftige Daten zu den Risiken zu sammeln. Nur so lassen sich Gefahren passgenau identifizieren und gezielt absichern.


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Dieser Artikel der Asset Finance Weekly ist ein Inhalt von Deutsche Leasing und DAL – in Kooperation mit der Handelsblatt Media Group.

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Bildnachweis Bühnenbild: iStock, sarayut